Technische Einsatzleitung Dithmarschen

Was ist die Technische Einsatzleitung?

 

Der Kreis Dithmarschen hat eine Technische Einsatzleitung für den Katastrophenschutz eingerichtet. Leiter ist der Hauptbrandmeister Jens-Uwe Andersson, Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Hennstedt.
Dem Katastrophenschutz wurde vom Landrat des Kreises, Dr. Jörn Klimant, ein neues Einsatzleitfahrzeug (ELW2) übergeben. „Die Kosten für Fahrzeug und Geräte betragen 164 000 Euro. Mittel aus der Feuerschutzsteuer haben wir aber nicht verwendet“, so Klimant.
Alle Hilfsorganisationen können dieses Fahrzeug im Ernstfall über die Integrierte Leitsstelle in Elmshorn anfordern. Besetzt wird dieses Fahrzeug mit technischem Personal (drei Feuerwehrleute) zum bedienen der Geräte.
Das Fahrzeug ist in zwei Räume unterteilt: einen Besprechungsraum und einen Funkraum. So ist ein besseres Arbeiten möglich.
Auch bei örtlich begrenzten kleineren Schadenslagen kann das Einsatzleitfahrzeug angefordert werden. Die Besatzung des Fahrzeuges wird dann aber nicht die Einsatzleitung übernehmen, diese bleibt beim örtlichen Einsatzleiter. Mit seinen technischen Möglichkeiten dienen Fahrzeug und Besatzung lediglich der Unterstützung des Einsatzleiters.
„Das Fahrzeug kommt mit Besatzung auch in die Wehren um sich vorzustellen. Auch die Einbeziehung in zum Beispiel Amtswehrübungen ist möglich. Angefordert werden können Fahrzeug und Besatzung bei Jens-Uwe Andersson“, so Kreisbrandmeister Peters.

Technische Daten:
Technik Besprechungsraum:
- Verschiebbarer Arbeitstisch
- Fax und Druckeranschluß
- Besprech-Einrichtung für BOS-Funk (Anbindung an die Funkgeräte im Funkraum)
- PC-Monitor (zum darstellen von z.B. digitalen Karten usw.)
- 2 Handscheinwerfer
- Schränke und Staufächer
Technik Funkraum:
- Telefonanlage mit 8 analogen Nebenstellen
- 6 Schnurlose Telefone
- 1 festes Telefon
- Externe Telefon- und -Faxanschlüsseüber analog und digital
- 2 4 m BOS-Funkanlagen, relaisfähig
- 1 Seefunkgerät
- 6 Handsprechfunk-Geräte
- 2 EDV-Anlagen, internetfähig
- Wetterstation
- Radio
Hersteller: MAN
Treibstoff: Diesel
Leistung: 110 KW (150 PS)
Sitze: 3
Arbeitsplätze: Besprechungsraum: 8
Funkraum: 2
Antennenmast: 4 m pneumat. Funkmast mit 2 m und 4 m Antenne
Außenlautsprecher: Ankopplung an CD-Radio für ständige Durchsagen
Stromversorgung:
Eigenes 8 KVA Stromaggregat oder über externe Einspeisung

Organisation der TEL
Der neue Aufbau der TEL (Technische Einsatzleitung) ergibt sich aus der neu geschaffenen DV 100 (Führung und Leitung im Einsatz) und der dazu ergänzend eingeführten Führungsorganisation zur Bewältigung von Katastrophen und Großschadenslagen in SH. Diese traten mit dem Erlass 166.431.15 des Innenministeriums SH am 1.11.2003 in Kraft.

Führungsstufe A – Allgemeine Schadenslagen
Diese Ereignisse werden organisatorisch mit den Möglichkeiten der Rettungsdienstes und Feuerwehreinsatzleitstellen der Kreise und kreisfreien Städte und den Einsatzleitstellen der Polizei im Zusammenwirken mit den örtlichen Einsatzleitungen der Feuerwehr oder der Einsatzleitung des Rettungsdienstes bewältigt. Denkbar ist, dass sich ursprünglich als Allgemeine Schadenslagen eingestufte Ereignisse zu örtlichen Großschadenslagen weiterentwickeln können.

Führungsstufe B – Örtliche Großschadenslagen
Hier handelt es sich um Schadenlagen, die unterhalb der Katastrophenschwelle liegen, die aber das Einsetzen der TEL erfordern können, und zwar als Führungsunterstützungsinstrument der örtlichen Einsatzleitung oder der zuständigen örtlichen Ordnungsbehörde. Sofern die TEL zur Unterstützung der örtlichen Einsatzleitung oder der zuständigen örtlichen Ordnungsbehörde als Führungsunterstützungsinstrument eingesetzt wird, entlastet sie diese durch die Wahrnehmung
von klassischen Aufgaben der Sachgebiete S 1 und S 2 sowie S 4 bis S 6.

Führungsstufe C – Örtlich erweiterte Großschadenslagen
In dieser Stufe ist es entscheidend, ob es sich um eine Gefahrenlage unterhalb der Katastrophenschwelle handelt oder ob der Katastrophenfall festgestellt wird.
Bei der Übernahme nach dem Selbsteintrittsrecht nimmt die TEL die operativ-taktische Führung der Einsatzkräfte wahr. Zusätzlich können im Zusammenwirken mit den Führungsebenen der anderen Aufgabenträger die Einsatzmaßnahmen koordiniert werden. Sowohl im Falle der Übernahme der Führung durch die Gefahren- oder Katastrophenabwehrleitung auf der Grundlage des Selbsteintrittsrechtes als auch nach der Feststellung des Katastrophenfalles kann nach der DV 100 im Führungsstab auf einen eigenen operativ-taktischen Sachbereich Einsatz verzichtet werden. Der Kreis Dithmarchen beläßt jedoch auch dann den operativtaktischen Einsatzbereich im Führungsstab und besetzt die TEL zusätzlich. Dieser arbeitet dann eng mit der TEL zusammen. Grundsätzliche Führungsentscheidungen der Gefahren- oder Katastrophenabwehrleitung werden weiterhin im Führungsstab getroffen.

Von Helga Wiebers